Von der Problemstellung zur gemeinsamen Lösung
Wie entstehen aus konkreten unternehmerischen Herausforderungen neue Lösungsansätze? Beim Ideenhaus in Oldenburg arbeiteten Startups und etablierte Unternehmen genau daran gemeinsam – nicht theoretisch, sondern entlang realer Fragestellungen aus dem Unternehmensalltag.
Reale Herausforderungen als Ausgangspunkt
Das Ideenhaus brachte auch in diesem Jahr wieder Unternehmen und Startups in einem bewusst arbeitsorientierten Format zusammen. Im Mittelpunkt standen keine Präsentationen oder fertigen Lösungen, sondern konkrete Herausforderungen, die aktuell in den beteiligten Unternehmen eine Rolle spielen.
Inhaltlich bewegten sich die Diskussionen in Themenfeldern, die für viele Organisationen derzeit relevant sind. Dazu gehörten Fragen der Resilienz, etwa wie Unternehmen mit externen Unsicherheiten umgehen und gleichzeitig neue Geschäftsfelder erschließen können. Ebenso ging es um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Kundenkontakt und die Frage, wie digitale Lösungen sinnvoll eingesetzt werden können, ohne Vertrauen oder Markenidentität zu verlieren. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung operativer Prozesse. Hier stand im Raum, wie Automatisierungs- und Effizienzinitiativen nicht nur angestoßen, sondern langfristig im Unternehmen verankert werden können – insbesondere im Zusammenspiel von Daten, Technologie und den Menschen, die mit diesen Systemen arbeiten.
Auch datenbasierte Entscheidungsprozesse spielten eine Rolle, beispielsweise wie sich operative Entscheidungen stärker standardisieren lassen ohne die notwendige Flexibilität im Alltag zu verlieren.
Diese Themen bildeten die Grundlage für die Zusammenarbeit im Ideenhaus. Sie waren bewusst so gewählt, dass sie sowohl strategische als auch operative Ebenen berühren und damit vielfältige Anknüpfungspunkte für die beteiligten Startups bieten.
Die teilnehmenden Unternehmen und Startups
Am Ideenhaus nahmen mehrere Unternehmen der Wirschaftspartner, die die Arbeit des GO! Incubators unterstützen, sowie ausgewählte Startups und Institute aus der TGO Community und dem erweiterten Startup- und Innovations-Ökosystem teil. An dieser Stelle wurde besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass sich die unterschiedlichen Perspektiven der Startups sowie der Unternehmen sinnvoll ergänzen konnten.
Auf Unternehmensseite waren unter anderem EWE AG, LUBING und die Popken Fashion Group vertreten. Sie brachten ihre jeweiligen Herausforderungen ein und öffneten diese bewusst für die gemeinsame Bearbeitung.
Ergänzt wurde dies durch Startups und Forschungseinrichtungen aus dem Umfeld des TGO. Dazu gehörten unter anderem transcide, Helios & Eos, worldiety, Kytes, AI Robotic, Sekucon sowie das Fraunhofer IDMT.
Gerade diese Mischung aus etablierten Unternehmen, technologiegetriebenen Startups und wissenschaftlichen Einrichtungen prägte die Zusammenarbeit. Unterschiedliche Erfahrungswerte und Blickwinkel trafen aufeinander und ermöglichten es, die Themen aus verschiedenen Richtungen zu betrachten.
Zusammenarbeit im Format: strukturiert und offen zugleich
Die Arbeit im Ideenhaus folgte einem klar strukturierten Ablauf, der gleichzeitig genügend Raum für offenen Austausch ließ. Nach einer kurzen Einführung in die jeweiligen Themen arbeiteten die Teilnehmenden in wechselnden Gruppen an den Fragestellungen.
Dieses rotierende Vorgehen sorgte dafür, dass jede Gruppe sich mit mehreren Themen auseinandersetzte und unterschiedliche Perspektiven einbringen konnte. Gleichzeitig entstanden so Verbindungen zwischen den Teilnehmenden, die über einzelne Diskussionen hinausgingen.
Die Diskussionen waren bewusst praxisnah angelegt. Statt abstrakter Konzepte stand die Frage im Vordergrund, welche Ansätze sich tatsächlich im Unternehmenskontext bzw. auch in der konkreten Fragestellung umsetzen lassen. Dabei ging es weniger um die eine richtige Lösung als um unterschiedliche Herangehensweisen, die im Anschluss weiterverfolgt werden können.
Zum Abschluss wurden die Ergebnisse im Plenum zusammengeführt und eingeordnet. Die anschließenden kurzen Pitches der Startups stellten den Bezug zu konkreten Lösungsansätzen her und boten einen Ausblick auf mögliche nächste Schritte.
Fazit: Zusammenarbeit als Schlüssel für Innovation
Das Ideenhaus hat erneut gezeigt, welchen Wert es hat, reale Herausforderungen bewusst zu öffnen und unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen. Gerade in Themenfeldern wie Resilienz, Automatisierung oder dem Einsatz von KI entstehen Lösungen selten isoliert, sondern im Austausch zwischen verschiedenen Akteuren.
Für Unternehmen bedeutete das vor allem Zugang zu neuen Denkansätzen und technologischen Impulsen. Für Startups bot sich die Möglichkeit, ihre Ansätze direkt an konkreten Anwendungsfällen zu spiegeln und in den Dialog mit potenziellen Partnern zu treten.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass Formate wie das Ideenhaus eine wichtige Rolle für die regionale Entwicklung spielen. Sie schaffen Verbindungen zwischen Wirtschaft, Startups und Forschung und tragen dazu bei, Innovation nicht nur zu denken, sondern praktisch umzusetzen.
Wer als Unternehmen vor ähnlichen Herausforderungen steht und neue Wege in der Zusammenarbeit gehen möchte, findet hier einen Ansatzpunkt, der über klassischen Austausch hinausgeht und konkrete Zusammenarbeit ermöglicht.